Die Finanzkrise und die Chancen für Unternehmen im War for Talents

Das chinesische Zeichen für Krise beinhaltet auch das Zeichen für Chance. Unternehmen können, wenn Sie jetzt mit Bedacht am Markt agieren, Top-Mitarbeiter für sich gewinnen.

Die Krise

Noch in der September-Ausgabe des manager magazin mit dem Titel “ Neuer Krieg um Talente. Was die Besten Arbeitgeber Bieten“ wurde erläutert, was aus Sicht der Studenten (die überwiegend noch nie beim AG tätig waren) diverse Einstellungskriterien bei den besten Arbeitgebern seien.

In der Ausgabe wird deutlich, dass als einzige Unternehmen nur noch Investmentbanken die Hürde bei den Noten sehr hoch ansetzen und von den Studenten einer Spitzenuniversität einen Abschluss mit „sehr gut“ verlangen. ZITAT : „Unter den Top Ten* ziehen allein die Investmentbanker der Deutschen Bank eine harte Grenze  bei den Noten – „ein -Sehr gut- soll es schon sein“. Wer in diesen Geschäftsbereich will, muss unter den besten 10 Prozent seines Jahrgangs abschließen“

Am 14. Oktober auf Seite 9 titelt die FTD: „Institute erwarten 223 000 Arbeitslose mehr“ und macht die Aussage, dass aufgrund der Finanzkrise die deutsche Wirtschaft an Schwung verlieren und daher die Arbeitslosigkeit steigen wird. Auf Seite 18 in der Rubrik Banken findet man: „62.000 Jobs in der Londoner City fallen weg“. Natürlich könnte man das jetzt weiterführen und jeder gewöhnliche Mensch würde wahrscheinlich sagen: „Wie schrecklich“. Aber- in guten Zeiten ist es wichtig, sich Reserven aufzubauen für die schlechten Zeiten. Und in schlechten Zeiten muss investiert werden, um voranzukommen.  So auch hier!

Die Chance

Also wo ist die Chance? Eine mir bekannte Bank gibt, um einen neuen Top-Absolventen zu gewinnen, im Durchschnitt 51.000 € aus. Das bedeutet für alle, die kluge Köpfe benötigen: ab sofort sind diese frei und auch offen für neue Jobs. Ganze HR-Abteilungen, Personalberater und Teams waren hinter den Besten her, um sie für ihre Bank und deren hohe Anforderungen zu gewinnen. Nun sind diese gezwungen, sehr gute Mitarbeiter gehen zu lassen. Diese wiederum sind offen für neue Jobs, auch wenn die Berufe nicht in der Banking- und Finanzbranche liegen. Diese Menschen sind es gewohnt, 14 – 18 Stunden 6 – 7 Tage die Woche ohne Überstundenbezahlung zu arbeiten. Diese Menschen sind es gewohnt, mit hohem Zeitdruck umzugehen und dennoch Spitzenleistungen zu erzielen. Diese Menschen sind es gewohnt, sich in Thematiken schnell und professionell einzuarbeiten, diese Menschen sind es gewohnt 300 Seiten auf 60 zu verkürzen und somit Themen auf den Punkt zu bringen. Des Weiteren sind sie in der Lage, Top-Präsentationen zu erstellen und diese auch zu kommunizieren. Kurz: Es sind Top-Mitarbeiter!

Nun liegt es an Ihnen, ob Sie die Chance nutzen und somit deutsche Mitarbeiter aus England mit attraktiven Angeboten wieder nach Deutschland locken können. Als Unternehmen haben Sie – im Gegensatz zu vorher – die Chance, sehr gute Mitarbeiter auf dem Markt für sich zu gewinnen. Hierfür brauchen Sie nur einen Plan und müssen ab und zu in die Zeitung schauen. Credit Suisse hat zum 1. Oktober 2000 Mitarbeiter in der Sparte Investmentbanking entlassen. Setzen Sie sich doch mal mit der Personalabteilung von Credit Suisse  in Verbindung. Die HSBC Holding entlässt in Europa 550 Mitarbeiter. Das Center of Economics and Business Research (CEBR) erwartet in London allein für dieses Jahr im Finanzsektor 28.000 weitere Stellenstreichungen.

Der Fehler

Wenn Sie jetzt diese Zeit nicht ausnutzen, obwohl Sie zugleich als Unternehmen finanziell sehr gut aufgestellt sind, könnte es ein strategischer Fehler sein. Denn wenn die Wirtschaft wieder anzieht, dann geht die Suche nach Top-Kandidaten schon bald weiter und Sie müssen wieder mehr Geld in Employer Branding und Recruitment Events investieren, als Sie es heute tun würden. Des Weiteren wird das Interesse der Top-Mitarbeiter aus dem Investment Banking an einem Wechsel deutlich geringer sein. Am Beispiel SAP können Sie deutlich sehen, wie die richtige Personalpolitik unter fehlerhaftem Management leiden muss. Das Unternehmen hat es nicht geschafft, die sich selbst gesteckten Ziele im Mittelstandsektor zu erreichen und musste somit Umsatzeinbußen fürchten. Die Kreditkrise half dem Konzern seine Fehler im Rahmen der Auswirkung der Finanzkrise zu vermarkten. Das Ergebnis? Es muss gespart werden. Wo? Am Personal. Wie? Durch Urlaub und durch einen Einstellungsstopp. Dadurch verhindert das Unternehmen jedoch seinen Zugang zu Mitarbeiterkreisen, an die der Konzern wahrscheinlich so wieso schwer herangekommen wäre.

Allgemein

Keiner kann die Auswirkungen der Finanzkrise genau beziffern, geschweige denn vorhersagen, was sie für die Zukunft bedeutet. Es kann sein, dass die Realwirtschaft schon bald einen großen Schaden hinnehmen muss, somit überall nur noch gespart wird und als Folge dessen Mitarbeiter entlassen werden. Das wiederum sollten Sie als Chance für sich entdecken und  daraus Ihre Personallücken schließen.