Flexible-Unternehmen
Risikofaktor demografischer Wandel
Generationenvielfalt als Unternehmensstrategie     
Vorwort
 
Peter Knauth
 

Nur wenige Unternehmen in Deutschland sind wirklich auf die komplexen Herausforderungen des demografischen Wandels vorbereitet. Es wurde zwar inzwischen viel über dieses Thema geschrieben, das heißt Konzepte und Modelle sind theoretisch vorhanden, jedoch gibt es zahlreiche Probleme bei der Umsetzung.

Ziel des vorliegenden Buches ist es daher, nicht nur über neuere wissenschaftliche Erkenntnisse zu informieren, sondern vor allem Erfahrungen aus zahlreichen betrieblichen Umsetzungsprojekten zu vermitteln und zu zeigen, wie Einzelmaßnahmen in eine Gesamtstrategie eingebettet werden können.

Zur Einleitung in das Thema wird der Leser in dem Beitrag »Risikofaktor demografischer Wandel« mit Zahlen, Daten und Fakten der demografischen Entwicklung vertraut gemacht.

Die zentrale Frage für Unternehmen lautet »Wie kann die Arbeitsfähigkeit der alternden Belegschaft erhalten beziehungsweise verbessert werden?« Deshalb erläutert Dorothee Karl in »Die Arbeitsfähigkeit alternder Mitarbeiter« die Determinanten der Arbeitsfähigkeit und deren Wechselwirkungen.

Im Anschluss werden in dem Beitrag »Demografischer Wandel in Unternehmenskulturen« alle wesentlichen Handlungsfelder der Unternehmen zur Bewältigung des demografischen Wandels vorgestellt. Dieser umfangreiche Beitrag beruht auf den Erfahrungen, die die He-rausgeber in vier Forschungsprojekten Tabelle 1 gesammelt haben.

Tabelle 1: Forschungsprojekte des Instituts für Industriebetriebslehre und Industrielle Produktion zum demografischen Wandel

Projekt

Ziel des Projekts

Partner-unternehmen

Land

RESPECT [1]

Verbesserung der Arbeitsfähigkeit und Gesundheit älterer Mitarbeiter

Deutsche Bank AG

Daimler AG

Finnair

CAA

ICCS

TCCD

D

D

SF

SF

GR

GR

CREDIT [2]

Neue Weiterbildungskonzepte für ältere Mitarbeiter

Finnair

ICCS

Merkur Akademie

GRETA

SF

GR

D

F

DIGERO [3]

Auswirkungen einer sich verändernden Belegschaft auf Arbeitsstrukturen und -prozesse

Ford

Procter und Gamble

dm

D

D

D

KRONOS [4]

Entwicklung und Evaluation von Lebensarbeitszeitmodellen

AUDI AG

BASF SE

BMW Group

Johns Manville

Rasselstein GmbH

CSL Behring GmbH

D

D

D

D

D

D

Da die in diesem Beitrag geschilderten Maßnahmen alleine nur eine limitierte Wirkung entfalten können, müssen sie in eine Gesamtstrategie des Unternehmens eingebettet werden. Im letzten Teil des Buches werden »Praxisbeispiele« vorgestellt. Hier präsentieren daher vier Großunternehmen ihre Gesamtstrategien, die weit über die vorher diskutierten Einzelprojekte hinausgehen.

Die Herausgeber Peter Knauth [5], Kathrin Elmerich [6] und Dorothee Karl [7]möchten mit diesem Buch weitere Unternehmen anregen, das Umsetzungsdefizit in Bezug auf die Bewältigung des demografischen Wandels zu reduzieren.

Die Herausgeber, im Frühjahr 2009

Literatur

[1] QLK6-CT-2000-00038 Research Activity for improving Elderly workers Safety, Productivity, Efficiency and Competence Towards the new working Environment EU-Forschungsprojekt

[2] 110311- CP-2003-1-GR-GRUNDVIG-G1 EU-Forschungsprojekt

[3] Gender Mainstreaming-Analyse der Wirkung von Unternehmensleitbildern, Förderprogramm Frauenforschung Baden-Württemberg, Sozialministerium Baden-Württemberg

[4] DFG SPP 1184 Alternsdifferenzierte Arbeitssysteme, Teilprojekt KRONOS: Lebensarbeitszeit: Chancen und Risiken für das Unternehmen und die Mitarbeiter

[5] Institut für Industriebetriebslehre und Industrielle Produktion IIP, Abteilung Arbeitswissenschaft, Universität Karlsruhe TH

[6] ThyssenKrupp AG, Zentralbereich Human Resources, Düsseldorf

[7] Metropolregion Rhein-Neckar GmbH, Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik, Mannheim


 
 
Prof. Dr.-Ing. Peter Knauth

Prof. Dr.-Ing. Peter Knauth ist Leiter der Abteilung Arbeitswissenschaft, Institut für Industriebetriebslehre und Industrielle Produktion (IIP), Universität Karlsruhe (TH). Seine Forschungsschwerpunkte sind Arbeitszeit, Human Resource Management (zum Beispiel alternde Belegschaft, Diversity Management, Work Life Balance) und neue Organisationsformen (zum Beispiel Arbeit in virtuellen Strukturen).
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